Bildungsreform mit LELA 5000 - Chancen-Konto für lebenslanges Lernen

  

UNSER KONZEPT FÜR EIN LEBENLANGES LERNENEmailWeiter.jpg

BILDUNG ENDET NICHT IN DER SCHULE

Der Arbeitsmarkt ändert sich: Eine Erstausbildung, die für das gesamte Erwerbsleben dient, ist heutzutage nur noch selten ausreichend. Um beruflich voranzukommen, ist eine regelmäßige Weiterbildung dringend notwendig. Die österreichische Bundesregierung geht auf diese Herausforderungen bisher nicht ein; sie reagiert nur reaktiv. Weiterbildung gibt es meist erst dann, wenn man bereits arbeitslos ist: Das AMS wendet rund 720 Millionen Euro jährlich für Qualifizierungsmaßnahmen auf – die staatlichen Ausgaben für Weiterbildung liegen dagegen bei nur 190 Millionen Euro. Dazu kommen noch die unterschiedlichsten Förderprogramme, verteilt auf Bund, Länder, Gemeinden, Interessensvertretungen und Kammern. Insgesamt werden über 300 verschiedene Förderungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung angeboten. Es herrscht ein undurchsichtiger Förderdschungel.

Wir brauchen einen Mentalitätswandel. Mit dem Chancen-Konto LELA 5000 wird ein kraftvolles
Instrument installiert, das allen Erwerbstätigen in Österreich die Möglichkeit eröffnet, in seine/ihre eigene
Bildung zu investieren:


Geförderte Ansparmöglichkeit bis zu einem Betrag von 5.000 Euro in fünf Jahren für alle Erwerbstätigen:

Wir wollen einen proaktiven Erwachsenenbildungsansatz umsetzen. Dazu braucht es das Chancen-Konto
LELA 5000. Das funktioniert wie ein persönliches Bankkonto. Über einen Zeitraum von fünf Jahren kann man bis zu 5000 Euro gefördert ansparen. Diese angesparten Beträge können dann bei Ö-Cert zertifizierten Bildungseinrichtungen eingelöst werden. Ö-Cert deshalb, um eine hohe Qualität der Weiterbildung sicher stellen zu können.
Das Chancen-Konto existiert jeweils für fünf Jahre. Wird in dieser Zeit keine Investition in Weiterbildung getätigt, so verfallen die staatlichen Co-Investitionen. So soll ein Anreiz gesetzt werden, regelmäßige Weiterbildungsangebote in Anspruch zu nehmen.


Mehr Chancengerechtigkeit: Startbonus und Investitionen gestaffelt nach Bildungsabschluss: 

Anspruch auf das Chancen-Konto haben alle Personen, die erwerbstätig sind. Neu ist das Zusammenspiel
zwischen Bund und Erwerbstätigen. Jedes Chancen-Konto erhält einen Startbonus vom Bund, gestaffelt nach dem jeweiligen Bildungsniveau. Einzahlungen der Erwerbstätigen auf das Chancen-Konto werden vom Bund zusätzlichen mit einem bestimmten Prozentsatz des eingezahlten Betrages bezuschusst. Um Anreize für Einzahlungen von Erwerbstätigen zu setzen, sind diese von der Steuer absetzbar.


Bildungsabschluss nach NQR Startinvestition vom Bund Zuschuss auf individuelle Einzahlung Zuschuss Einzahlung
Unternehmen
Zuschuss
Einzahlung Körperschaft ö.
Rechts
Stufe 1-3 1000€ 100% 50% 50%
Stufe 4-5 750€ 50% 50% 50%
Stufe 6-8 500€ 30% 50% 50%

 Startkapital und Zuschüsse bei Investitionen nach Bildungsabschluss gem. NQR (Nationaler Qualifikationsrahmen)


Win-Win-Win: Mehrwert, Transparenz und Klarheit:

In Österreich gibt es über 300 verschiedene Aus- und Weiterbildungen, verteilt auf die Gebietskörperschaften, Interessensverbände und AMS – ein undurchsichtiges Fördersystem. Wir fordern eine Bündelung der Förderungen durch das Chancen-Konto. Die Finanzierung des Chancen-Kontos erfolgt im Dreiklang zwischen Erwerbstätigen, Unternehmen und Staat – entlang der Überzeugung, dass eine erhöhte Weiterbildungsquote in der österreichischen Bevölkerung eine Win-Win-Win-Situation darstellt: Es gibt einen klaren Mehrwert auf persönlich-individueller, unternehmerischer (arbeitgeberseitiger) und gesellschaftlich-volkswirtschaftlicher Ebene. Zudem sorgt das Chancen-Konto LELA 5000 für mehr Transparenz, Einfachheit und Verständlichkeit für alle Beteiligten. Sämtliche Förderstellen sollen zukünftig auf das Chancen-Konto einzahlen.

  • Um die Körperschaften öffentlichen Rechts mit an Bord zu holen, wird ihre Investition auf das Chancen-Konto vom Bund um 50% aufgestockt.
  • Auch Einzahlungen seitens der Unternehmen/Arbeitgeber_innen lösen eine Co-Investition der
    öffentlichen Hand aus. Die Unternehmen leisten in Österreich schon bisher einen wichtigen Beitrag und sind eine tragende Säule im Bereich der Fort- und Weiterbildung. Die Ausgaben sind weiterhin als
    Betriebsausgaben von der Steuer absetzbar. Als Anreiz, um die Fort- und Weiterbildungen über LELA
    5000 abzuwickeln, dient eine vom Staat vorgenommene 50-prozentige Aufstockung der Investitionen
    von Unternehmen auf das Chancen-Konto.
  • Das Chancen-Konto LELA 5000 umfasst auch Selbstständige (insbesondere EPUs, Freiberufler_innen) und Unternehmer_innen. So die betreffende Person nicht in ihrem eigenen Unternehmen angestellt ist (zB Geschäftsführende_r Gesellschafter_in), gilt für Selbstständige die Logik einer privaten und
    betrieblichen Investition analog zu Arbeitnehmer_innen

Begleitende Maßnahmen:

Das Chancen-Konto als monetärer Anreiz für die Erwerbstätigen ist ein erster wichtiger Schritt, um die
berufsbezogene Erwachsenenbildung zu stärken. Nach den ersten fünf Jahren erfolgen eine umfassende Evaluierung (wissenschaftliche Begleitung im Auftrag der Bundesregierung) und allfällige Anpassungen der bisherigen Konzeption. Damit eine möglichst hohe Zahl an Erwerbstätigen am Chancen-Konto LELA 5000 teilnimmt, braucht es begleitende Maßnahmen. Vor allem muss darüber umfassend informiert werden. Bisher wissen die Erwerbstätigen zu wenig über mögliche Weiterbildungsmaßnahmen.
Gerade Erwerbstätige mit niedrigem Bildungsabschluss sehen oft keine Notwendigkeit für Weiterbildung. Es braucht daher Maßnahmen, die zu einer besseren Einschätzung der erforderlichen Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt führen. Es zeigt sich, dass besonders Onlinekurse für Erwerbstätige mit geringerer
Qualifizierung erfolgreich sind. Wir fordern:

  • Gezielte und umfassende Informationskampagnen, die die Bedeutung der Weiterbildung hervorheben
  • Sensibilisierung und Unterstützung auf betrieblicher Seite
  • Forcierung der Online-Angebote

Kosten und Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt:

Das Chancen-Konto LELA 5000 spielt im Aufbau und der Weiterentwicklung des Humankapitals eine wichtige Rolle. Durch die Bündelung der zersplitterten Förderungen auf allen Ebenen, einem stärkeren monetären Anreiz und Begleitmaßnahmen ist mit positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu rechnen. Insgesamt wird sich ein Finanzierungsbedarf, je nach Teilnahmequote, von rund 700 bis 800 Millionen Euro pro Jahr ergeben. Woher das Geld kommt, haben wir NEOS im Rahmen unseres Steuerreformkonzeptes aufgezeigt: Insgesamt lassen sich – im Vollausbau und nach einer Reformetappe von acht Jahren – pro Jahr 19 Milliarden Euro bei den Staatsausgaben einsparen, wie wir zusammen mit Expert_innen berechnet haben. Davon wollen NEOS 3,5 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation investieren.

Für die LELA 5000-Budgetierung wurden verschiedene Simulationen durchgespielt. Diese ermöglichen realistische Schätzungen. Wir nehmen eine Teilnahmequote von 12-15% an, sowie die Bereitschaft der Gebietskörperschaften, alle Förderungen zukünftig über das Chancen-Konto abzuwickeln. Auch der Steuerentgang durch die Absatzfähigkeit der Investitionen wurde bereits mitkalkuliert. Auf der Gegenseite muss auch das Bildungsangebot aufgrund der höheren Nachfrage ausgebaut werden. Wir gehen davon aus, dass durch LELA 5000 auf der Angebotsseite bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

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