Im Idealfall klärt eine Untersuchungskommission die politische Verantwortlichkeit von Organen im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde – das sind Bürgermeister sowie die amtsführenden Stadträtinnen und Stadträte, aber auch sonstige Verantwortliche im Zusammenhang mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund. Auf Basis der dargelegten Untersuchungsergebnisse könnten so weitere gerichtliche Schritte – straf- und zivilrechtlich - durch die ordentlichen Gerichte gesetzt werden.

Als problematisch erwiesen sich in der Vergangenheit Untersuchungskommissionen insbesondere dann, wenn die Regierungsparteien nicht ausführlich genug dabei mitwirkten jene inhaltlichen Fragen zu erörtern, die in dem Untersuchungsausschuss zu klären gewesen wären (U-KO zur Flächenwidmung und Psychiatrieeinrichtungen). Die Aufarbeitung der Pflegemissstände hatte zur Folge, dass die damalige Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (SPÖ) gehen musste und das Geriatriezentrum in Lainz geschlossen wurde.

Die insofern oft nicht zufriedenstellenden Ergebnisse von Untersuchungskommissionen auf Gemeinderatsebene lassen sich primär auf die mangelnden Minderheitenrechte der Oppositionsparteien in Hinblick auf Beweisanträge und mögliche Zeugenladungenzurückführen.